St. Georgen swingt – ein Festival verabschiedet sich

Im Jahre 2010 gründeten über 20 kreative Köpfe den Verein St. Georgen swingt. Ziel war, ausgehend von den Musikstilrichtungen Jazz und Swing, ein ganz neues Veranstaltungskonzept in der Kulturlandschaft in Bayreuth und der Region zu etablieren. Man hat in den vergangenen sieben Jahren bei den sieben Festivals sehr viel bewegt. Jedes Jahr pilgerten Tausende von Besuchern in den historischen Straßenzug von St. Georgen mit seinen kuscheligen Hinterhöfen und ließen sich von der Einzigartigkeit dieser Veranstaltung begeistern.

Doch was für die Gäste Unterhaltung und Vergnügen ist, ist für die Mitglieder und die anderen ehrenamtlichen Helfer viel Arbeit mit einer großen Verantwortung. Bereits nach dem Festival beginnen die Vorbereitungen, Planungen und Absprachen für das nächste Jahr. Und die haben sich im Laufe der Jahre mehr und mehr erweitert und wurden umfangreicher: Absprachen mit Anwohnern, Genehmigungen, Sicherheitskonzept, Personalplanung, Programm – „alleine von Bands liegen uns Bewerbungen vor, die ausreichend wären, 10 weitere Festivaljahre musikalisch gestalten zu können“ so Vereinsvorstand Regine Gareis.

Für die gesamte Abwicklung im Vorfeld wird ein Kreis von ca. 20 aktiven Personen benötigt, der sehr eng und zeitintensiv über das gesamte Jahr zusammenarbeitet. Und im Rahmen des Festivals wird dieser Personenkreis bis zu fünf volle Tage mit Vor- und Nachbearbeitung beansprucht. Aber genau das ist der Knackpunkt: 2017 wurde das Festival gerade einmal von der Hälfte der für einen reibungslosen Ablauf benötigten Mitglieder organisiert. Von den mitwirkenden Vereinen kamen zwar in all den Jahren Helfer für den Auf- und Abbau, aber auch hier „wird der Mangel an ehrenamtlichen Hilfskräften immer deutlicher“, so Regine Gareis. Die Ansprüche in allen Bereichen steigen und das kann der Verein alleine nicht mehr stemmen. Denn das Festival wird nicht kommerziell finanziert und betrieben, sondern aus Spenden, Sponsoring und Eintrittsgeldern und die Haftung liegt bei den Vorständen und damit beim Verein. Das Risiko mangelnder Einnahmen bei einer unsicheren Wetterlage gar nicht mit eingerechnet.

Bei der letzten Jahreshauptversammlung war es nunmehr leider nicht möglich, ausreichend Mitglieder zu finden, die diese Verantwortung zusammen mit dem 1. Vorstand Regine Gareis weiter erfüllen wollten. Nicht nur sie, sondern alle Mitglieder bedauern sehr, dass der Verein daher folglich auf Beschluss der ordentlichen Mitgliederversammlung zum 31.03.2018 hin aufgelöst wird.

Was bleibt ist die Erinnerung an sieben tolle Wochenenden im Juli in den Jahren 2011 bis 2017. Die Dankbarkeit des Vereins gilt den langjährigen Unterstützern, Sponsoren, Vereinen und Gastronomen – aber hauptsächlich den Menschen, die dieses Festival zu dem machten, was es war: ein Kulturerlebnis auf hohem Niveau.