Platzmeister Markus Linhardt im Interview: „Unsere Besucher wird ein gut organisiertes und sicheres Festival erwarten.“

Zu den wichtigsten Aufgaben bei St. Georgen swingt zählt die des Platzmeisters. Bei der Premiere in der Wilhelminenaue teilen sich Michael Angerer und Markus Linhardt (im Bild rechts) diese Aufgabe. Letzterer kümmerte sich in den vergangenen Wochen federführend um alle ämterseitigen Genehmigungen, um das Speisen- und Getränkemanagement und um die globale Organisation der Abläufe auf dem Festivalgelände (A wie Abfalleimer bis Z wie Zufahrtswege.)

Markus, du bist maßgeblich an der „Wiederauferstehung“ des Festivals beteiligt. Was war in den letzten Wochen die größte Herausforderung?

Ganz klar: Der Wegzug aus dem Straßenzug von St. Georgen und der damit verbundene Umzug in die Wilhelminenaue. Damit war das Wissen, das vorher über sieben Jahre lang auf dem Straßenzug in St. Georgen aufgebaut wurde, in großen Teilen obsolet. Wir mussten bei der Organisation in vielen Bereichen bei null anfangen.

Hat es sich gelohnt, nochmal von vorne zu beginnen? Was wird die Besucher des Festivals erwarten?

Das Flair wird anders sein und sich deutlich verändern. Wir reden über zwei unterschiedliche Festival-Locations, die nicht vergleichbar sind. Insofern wird sich einiges verändern. Der Umzug des Festivals auf das Gelände der Wilhelminenaue war für uns aus vielen Gründen alternativlos. Ich bin mir aber sicher, dass die Wilhelminenaue als Veranstaltungsort ein sehr guter ist. Wir haben in der Wilhelminenaue extrem gute Möglichkeiten, unser Festival durchzuführen. Die Seebühne bietet uns in Verbindung mit der Topographie des Geländes hervorragende Möglichkeiten, dem Besucher ein tolles Outdoor-Festival mit einem überragenden musikalischen Lineup an beiden Festivaltagen zu präsentieren.

Für uns sind zudem einige Dinge einfacher geworden. Dies betrifft zum einen das Thema Sicherheit auf dem Veranstaltungsgelände, zum anderen technische und personelle Aspekte. Nach allem, was wir bisher bewältigt haben kann ich sagen, dass ich den Umzug an unseren neuen Spielplatz für äußerst positiv halte. Unsere Besucher wird daher ein gut organisiertes und sicheres Festival erwarten.

Es gibt nicht mehr verschiedene Höfe mit einer Vielzahl von Bands sondern nur noch eine Bühne mit drei Acts pro Tag. Was bleibt, ist das Catering. Welche kulinarische Vielfältigkeit wird die Besucher erwarten?

Wir decken von „oberfränkischem Junkfood“ bis zu internationalen Spezialitäten alles ab, was sich Festivalbesucher an Verpflegung, aber natürlich auch an Getränken, wünschen. Wir bieten Bratwürste und Steaks, die in Oberfranken quasi unerlässlich sind. Dazu gibt es hochwertige Fischgerichte bis hin zu leckeren Cocktails und guten Weinen. Handgemachte Pizza, Asia-Spezialitäten, Burger, Hot Dogs, Brezen, Käse etc. runden das Angebot ab.

Bedanken müssen wir uns auch bei Coco Sturm als Betreiber des Kulturkiosks. Er war unser erster Ansprechpartner als wir überlegt haben, das Festival doch wieder zum Leben zu erwecken und in die Wilhelminenaue zu ziehen. Der Kulturkiosk im Rahmen unseres Festival ein integraler Bestandteil unserer gastronomischen Aktivitäten sein.

Die neue Location bietet nicht nur die von dir genannten Vorteile, es gab auch Hürden zu bewältigen, die du maßgeblich für St. Georgen swingt gemeistert hast.

Das stimmt. Aber die Zusammenarbeit mit der Stadt Bayreuth ist mittlerweile über alle Ebenen hinweg sehr vertrauensvoll. Für die Stadt war es wichtig, dass die Wilhelminenaue im Veranstaltungsbereich nach der Landesgartenschau 2016 weiter genutzt wird. Hier gab es zunächst einige Unklarheiten. In vielen Gesprächen wurden Problemthemen zwischen der Stadt Bayreuth und uns als Veranstalter angegangen und gelöst.

Durch den Festival-Umzug auf das neue Gelände hatten wir auf einmal auch mit anderen Ämtern bei der Stadt zu tun als bisher. Wir mussten zu Beginn feststellen, dass wir uns in einem Landschaftsschutzgebiet befinden. Die Gebietshoheit liegt somit nicht mehr, wie bei der Landesgartenschau, bei der Stadt. Daher waren auch Umweltrichtlinien zu beachten, die es so vorher für uns nicht gab. Das Stadtgartenamt war somit einer unserer neuen Ansprechpartner, in St. Georgen hatten wir hier gar keine Berührungspunkte. Die Vernetzung aller bisherigen und neuen Ansprechpartner war im Prinzip die zunächst schwierigste Aufgabe.

Wenn der Besucher am Freitag und / oder Samstag aufs Gelände kommt, wird sich für ihn im Vergleich zu St. Georgen etwas ändern?

Das Gelände ist natürlich ganz anders aufgebaut. Durch die Lage und Weitläufigkeit ändern sich z.B. die Fluchtwege für die Besucher deutlich. Es gibt keine verwinkelten Innenhöfe mehr, bei großem Andrang haben wir hier immer in St. Georgen vorsorglich einen Einlassstopp verhängen müssen. Wir können Musik von Weltklasse-Musikern im offenen Rahmen eines Outdoor-Festivals präsentieren und laden unsere Besucher zu zwei wunderbaren Abenden auf dem Gelände der Seebühne ein.

Unser neues Veranstaltungskonzept für die Wilhelminenaue beinhaltet alle Aspekte, die man bei der Durchführung von St. Georgen swingt auf dem neuen Gelände beachten muss. Hier konnten wir unser Wissen aus den Vorjahren einbringen und an die neuen Gegebenheiten anpassen.

Auf was freust du dich am meisten, wenn du an das diesjährige Festival denkst?

Ich freue mich eigentlich auf jeden Moment. Darauf, wenn der erste Fierant oder die erste Brauerei kommt und damit der Aufbau am Donnerstagmorgen beginnt. Und ich freue mich auf den letzten Moment, wenn wir am Montag die abschließenden Abbaumaßnahmen vorgenommen haben und das Festival beendet ist. Und natürlich freue ich mich auf alles, was dazwischen liegt.

Ich bringe mich bei St. Georgen swingt nicht nur deswegen ein, weil mir das bloße Organisieren Spaß macht, sondern auch deswegen, weil ich als Hobbymusiker im Verein Mitstreiter gefunden habe, denen es gerade eben um das Thema „Musik“ geht. Das war auch grundsätzlich der Grund, warum ich 2017 zu St. Georgen swingt gekommen bin. Ich beschäftige mich seit über 30 Jahren aktiv mit Musik und bin auch mit vielen Musikern aus der Region vernetzt. St. Georgen swingt hat regional und auch überregional als Festival einen hervorragenden Ruf. Ein Bestandteil des wirklich tollen Organisationsteams von St. Georgen swingt sein zu dürfen und damit meinen Teil zum Gelingen des neuen Festivals in der Wilhelminenaue beitragen zu können ist eine wunderbare Erfahrung.